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21. Oktober 2019, gepostet in CO2 - Treibhausgase, InformativesDie Säulen des Klimaschutzes

Intension beim Schreiben dieses Artikels

Ursprünglich sollte sich dieser Beitrag nur um das Thema Digitaler Fußabdruck drehen. Doch beim Schreiben habe ich so viele interessante Dinge gelernt, folglich ist dieser Blogbeitrag doch umfangreicher geworden ist als geplant. Dieser Beitrag darf größtenteils als Wertfrei angesehen werden. Es war nie meine Absicht einen Apell zu kreieren, der dir zu sagen versucht, dass du lieber mit der Bahn oder dem Rad fahren sollst, oder das Fliegen schlecht für die Umwelt ist. Ich habe viele Beiträge und auch viele zugehörige Kommentare gelesen. Dazu von mir nur folgender Kommentar: „Es geht darum in seinem Leben selbst etwas Besser zu machen, anstatt ständig zu schauen die anderen Falsch machen.“ Das möchte ich hier einfach mal so im Raum stehen lassen.

Auch wenn ich mich mit dem Thema befasse, möchte ich trotzdem weiter Fleisch essen und in den Urlaub fliegen. Allerdings kann ich jetzt bewusster mit der Thematik umgehen und diesbezüglich viel in meinem Leben optimieren, da ich meine eigene Rolle besser einschätzen kann.

Mein Ziel ist es mit diesem Beitrag lediglich zu Informieren und eine Anregung zu schaffen, dass du dich mit diesem sehr komplexen aber wichtigen Thema auseinander setzt.

Bevor wir uns hier mit dem Thema befassen, möchte ich dir aber noch eine kleine Frage stellen:

CO2 sparen ohne die eigenen Gewohnheiten zu ändern?

Umweltschutz geht uns definitiv alle etwas an! Damit wir unseren Hobbys noch lange nachgehen können, sollte jeder in irgendeiner Weise bewusst mit den ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen umgehen lernden. Ein schönes Zitat einer allseits bekannten Band:

Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt.

Ganz ohne die eigenen Gewohnheiten zu ändern können wir tatsächlich nichts bewirken! Aber wenn jeder von uns eine Kleinigkeit in seinem Leben anpasst, können wir gemeinsam etwas verändern. Daran glaube ich.

Klimaschutz - Grundlagen Klimawandel und CO2

 Gibt es einen Klimawandel?

Wir fangen bei den Grundlagen an. Aus allen Richtungen hören wir „CO2 ist schlecht fürs Klima“ oder „wir müssen Emissionen einsparen, um die Umwelt zu schützen“. Doch was steckt da eigentlich dahinter und waurm ist das Thema gerade jetzt so populär? Die Worte Klimawandel, Emissionen und CO2 Ausstoß sind bereits in aller Munde. Aber Existiert ein Klimawandel oder nicht? Das ist eine Frage, um die sich heute viele Geister streiten.

Zunächst einmal, was verstehen wir eigentlich unter dem Begriff Klimawandel?

Also, als Klimawandel bezeichnen wir eine lang andauernde Klimaveränderung auf der Erde. Dabei ist es unabhängig ob von einer Abkühlung oder einer Erwärmung gesprochen wird. Im Laufe der Erdgeschichte traten bereits mehrere natürliche Klimawandel auf. Auch begleitende gravierende Klimakatastrophen sind waren in der Erdgeschichte keine Besonderheit.

Eine Veränderung des weltweiten Klimas hat natürlich in jeder zeitlichen Epoche verschiedene Folgen auf das Leben. Viele dieser Auswirkungen sind auf Grund physikalischer Vorgänge abschätzbar. Dennoch gibt auch noch viele Unbekannte, die sich aus dem Zusammenwirken zahlreicher Faktoren noch nicht absehen lassen.

Folglich ist der Begriff Klimawandel also nicht nur auf die Gegenwart beschränkt. Allerdings merken wir gerade deutlich erste Auswirkungen der nahenden Veränderung. Der Begriff wird somit in der aktuellen Treibhausgasdebatte gern von seiner eigentlichen Bedeutung verfälscht. Klimawandel ist etwas natürliches.  Allerdens hat der Mensch durch die Produktion von Treibhausgasen einen großen Einfluss darauf, warum das so ist, klären wir noch.

Laut einer Studie von James Lawrence Powell, der 2017 rund 54.000 Artikel zu diesem Thema ausgewertet hat, ist sich die Wissenschaftsgemeinde sicher:

Der Klimawandel existiert und ist zu 99,94% vom Menschen gemacht.

 Die Auswirkungen des Klimawandels

Über eine Sache sind wir uns bereits einig, durch den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre kommt es zu einer weltweiten Temperaturerhöhung. Im vergangenen Jahrhundert betrug der Anstieg etwa 1°C. Ändert sich nichts an den weltweiten Emissionen, könnten das bis zum Ende dieses Jahrhunderts durchschnittlich 4 °C werden.

Der Anstieg hat z.B. Auswirkungen auf den Meeresspiegel. Derzeit geht man davon aus, dass dieser alle 10 Jahre um 3,2 cm steigt. Bei keiner Reduzierung der Emissionen wurde im 5. Klimareport 2013 ein Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 um 98 cm prognostiziert. Im Jahr 2300 könnten das sogar 3 m werden. Niedrig liegende Küstenregionen würden vollständig verschwinden, sogar das Abreißen von Meeresströmungen ist denkbar.  Ozeane sind durch beobachtbare Übersäuerung heute schon betroffen (Einlagerung von Kohlendioxid).

Auch die Zunahme von Wetterextremen lässt sich bereits beobachten. Physikalisch gesehen kann warme Luft mehr Wasser aufnehmen, als kalte. In der Klimatechnik lässt sich dieser Zusammenhang im Mollier h,x Diagramm dargestellen. Das führt dazu, dass in trockenen Gebieten mehr Feuchtigkeit abtransportiert und anderswo als Niederschlag auf die Erde fällt. Auf Grund der höheren Temperaturen intensiviert sich der natürliche Wasserkreislauf der Erde. Stürme, Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Allein in Deutschland hat sich die Zahl extremer Wetterereignisse in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht.

Weitere Auswirkungen auf das Ökosystem der Erde sind absehbar. Aufgrund mangelnder Anpassungsfähigkeit kommt es zum Aussterben diverser Tier- und Pflanzenarten.

In tropischen Ländern sind durch die Wetterextremen deutlichen Ernteverlusten zu erwarten. Zahlreiche anderen Auswirkungen, wie z.B. Gesundheitsfolgen am Menschen oder die Ausbreitung von Schädlingen sind abschätzbar.

Der Weltklimarat geht zudem davon aus, dass sich die Klimawandelfolgen in Zukunft noch verstärken.

 Was ist CO2?

Als Hauptgrund für den Klimawandel hört man wieder und wieder die chemische Zusammensetzung CO2. Doch was ist CO2?

CO2 ist ein Treibhausgas und mit ca. 0,038% ein natürlicher Bestandteil in unserer Luft. Es wird auch als Kohlendioxid oder Kohlenstoffdioxid bezeichnet und ist geruchlos, nicht brennbar, farblos und ungiftig.  Auf natürlichem Weg entsteht CO2 zum Beispiel beim Zerfall toter Organismen, Vulkangasen oder Zellatmung vieler Lebewesen. Aber es gibt auch andere Treibhausgase, wie zum Beispiel Methan oder die sogenannten F-Gase. 

Gäbe es keine Treibhausgase hätten wir eine durchschnittliche Temperatur in der unteren Atmosphäre von ca. -18 °C. Dies würde zur kompletten Vereisung unseres Planeten führen. Das wird auch als natürlicher Treibhauseffekt bezeichnet. Auch der Treibhauseffekt ist also grundlegend etwas Natürliches.

Das klingt also alles gar nicht so schlimm, doch wie wirkt sich CO2 nun aufs Klima aus?

Im Grunde ist CO2 wie eine riesige Wärmedämmung. Es absorbiert einen Teil der von der Erde abgegebenen Wärme und wirft diese wieder zurück. Diesen Vorgang bezeichnen wir als Treibhauseffekt. Es ist ein ganz natürliches Phänomen das maßgeblich unser Klima auf der Erde bestimmt. Folglich ist CO2 also erstmal nichts schlechtes, sondern gehört zum natürlichen Klimakreislauf dazu.

Erhöhen wir nun aber die Konzentration in der Luft, führt das dazu, dass unsere „Dämmschicht“ besser wird und es zu dem kommt, was wir als „Erderwärmung oder Klimawandel“ bezeichnen.

Das Problem an CO2 ist, dass es sich nicht selbst abbauen kann. Es wird zu Teilen von unserer Natur eingelagert (z.B. in Gewässern). Ein anderer Teil wird von Pflanzen durch Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt. Diese Vorgänge werden unter dem Begriff „Kohlenstoffsenken“ zusammengefasst.

Klimaschutz - natürlicher Kohlenstoffkreislauf

Warum nimmt CO2 in der Atmosphäre ständig zu?

Neben dem natürlichen Treibhauseffekt, steht der vom Menschen gemachte Treibhauseffekt. Seit Millionen von Jahren wird CO2 auf der Erde eingelagert. Rund 99,95% alles natürlich vorkommenden Kohlenstoffes ist in Sedimentgestein gebunden. Der Kohlenstoff in der Atmosphäre macht fast den geringsten Anteil aus. Durch natürliche Prozesse entsteht ein CO2-Kreislaus der den natürlichen Treibhausefft am Laufen hält.

Dank des globalen Bevölkerungswachstums, dem technischen Fortschritt und der zunehmenden Industrialisierung, steigt die Zahl unnatürlicher emittierender Prozesse stetig an. Mit der Verbrennung von Rohstoffen in Industrie und Transportwesen setzt der Mensch also bereits gebundenes CO2 wieder frei.

Auf Grund der erhöhten Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre sind die natürlichen Kohlenstoffsenken nicht mehr in der Lage genügend CO2 zu binden. Aus diesem Grund nimmt die Sättigung in der Atmosphäre stetig zu.

Dazu kommen vom Mensch gewollte Handlungen wie z.B. die Brandrodung des Regenwaldes. Diese haben sogar einen doppelt negativen Effekt auf die Erderwärmung. Einerseits gehen gigantischen Waldflächen als aktive Kohlenstoffspeicher verloren, andererseits wird der bereits in ihnen gespeicherte Kohlenstoff wieder als Treibhausgas in der Atmosphäre freigesetzt. Der natürliche CO2 Kreislauf gerät so nach und nach aus dem Gleichgewicht.

Überblick CO2 Vorkommen auf der Erde

1 Gt = 1.000.000.000 t

  • 750 Gt — Atmosphäre
  • 550 Gt — lebender Biomasse
  • 1.500 Gt — Boden/ toter Biomasse
  • 5.000 Gt — fossilen Energieträgern
  • 40.000 Gt — Meerwasser
  • 100.000.000 Gt — Sediment

 Was ist die CO2-Äquivalente?

Neben CO2 gibt es auch noch eine ganze Reihe anderer Treibhausgase, wie zum Beispiel Lachgas, Methan oder die F-Gase. Jeder dieser Gase hat einen anderen Effekt und einen anderen Zeitraum, in dem das Gas in unserer Atmosphäre verweilt.

Um eine Vergleichbarkeit unter den Treibhausgasen hat man angefangen eine Kohlendioxid-Äquivalente für die einzelnen Gase zu bilden.

Ein CO2 Äquivalent beschreibt also den Beitrag zum Treibhauseffekt einer genau definierten Masse eines Treibhausgases für einen festgelegten Zeitraum im Vergleich zu Kohlendioxid. Kurzum kann so die klimaschädigende Wirkung anderer Treibhausgase als CO2, auf die entsprechende Menge CO2 umgerechnet werden kann.

Da sich viele Klimaziele nicht nur auf CO2-Emissionen beschränken und man in diesem Zusammenhang öfter etwas von einer CO2-Äquivalente hört, sollte man diesem Zusammenhang etwas von der CO2 Äquvialente gehört haben. Sonst wird das Thema wirklich schnell verwirrend. Außerdem ist dieser Begriff wichtig für das weitere Verstehen dieses Beitrages.

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 Internationale Klimapolitik

 Wichtige geschichtliche Eckdaten -- Zeit des Umdenkens

So Freunde, an dieser Stelle wird es jetzt so richtig politisch. Wenn du dich hierfür nicht interessierst springe lieber gleich dazu, was DU für den Klimaschutz tun kannst.

Schon 1956 gab es erste wissenschaftlich funderte Warnungen zum Thema Erderwärmung. Als sich diese nach und nach verdichteten, wurde 1988 der UN-Weltklimarat IPPC (Intergouvernemental Panel on Climate Change) ins Leben gerufen. Er setzte sich zusammen aus der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP).

Die IPCC hat seither die Aufgabe Studien in Medien und Fachliteratur zu sammeln, zusammenzufassen und anschließend zu bewerten. Dieses Vorgehen soll Ergebnisse möglichst realistisch und Glaubwürdigkeit für Politik und Wirtschaft darstellbar machen. Jedes Jahr, werden so zehntausende wissenschaftliche Veröffentlichungen ausgewertet. Das Resultat dieser Arbeit wird als UN-Klimareport veröffentlicht. 1990 erschien der erste Report und galt für die Weltengemeinschaft als Weckruf.

Auf dessen Grundlage fand 1992 der erste übernationale Umweltgipfel in Rio de Janeiro mit über 166 Ländern statt. Hier hat sich die Gemeinschaft der Welt erstmalig dazu verpflichtet, Maßnahmen gegen die Klimaveränderung einzuleiten. Seit 1994 sind diese Treffen unter dem Namen UN-Klimarahmenkonvention/ Klimagipfel bekannt und finden regelmäßig statt.

Wichtig

Das ist der Grund, warum 1990 als großes Start-/Vergleichsdarum für alle weiteren weltweiten Maßnahmen zur Bekämpfung der Erderwärmung gilt.

 Kyoto-Protokoll 1997

Seit 1995 finden regelmäßig nun jedes Jahr Konferenzen statt die als Klimagipfel bezeichnet werden. Den ersten großen Durchbruch gab es dann 1997 dann beim Weltklimagipfel in Kyoto. Dort wurde das sogenannte Kyoto-Protokoll verabschiedet. Das Protokoll trat am 16.2.2005 in Kraft und legte zum ersten Mal völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen in Industrieländern fest.

In der ersten Verpflichtungsperiode 2008-2012, verpflichteten sich 39 teilnehmende Industrieländer ihre Emissionen um durchschnittlich 5,2 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Die USA lehnte als zu dieser Zeit größte Industrienation das Abkommen ab. Aber das vereinbarte Ziel konnten tatsächlich alle Teilnehmenden Staaten erreichen.

Die zweite Verpflichtungsperiode läuft vom 1.1.2013 bis zum 31.12.2020 und wurde auf dem 18 Klimagipfel in Doha definiert. Allerdings scheiterten die Verhandlungen größtenteils. Insgesamt 38 Staaten haben sich bisher verpflichtet bis 2020 ihre Treibhausemissionen um durchschnittlich 18 Prozent zu senken. Allerdings ist die Verlängerung des Protokolls bisher noch nicht in Kraft getreten.

Trotz aller widrigkeiten kann das Protokoll als Erfolg angesehen werden. Die Emissionen aller Industriestaaten gingen in der ersten Verpflichtungsperiode von etwa 18,8 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente auf 16,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Das entspricht immerhin 11,8 Prozent. Auch Deutschland hat in diesem Zeitraum seine Emissionen um 24,3 Prozent senken können.

 Pariser Übereinkommen 2015

Am 12 Dezember 2015 wurde auf der 21 UN-Klimakonferenz dann das sogenannte Pariser Übereinkommen verabschiedet. Dieses trat 2016 in Kraft und gilt als Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll. In ihm sind die weltweiten Klimaziele verankert.

Alle Länder auf der Erde müssen den Verpflichtungen des Vertrages nachkommen, um die darin gesteckten Klimaziele einzuhalten. Nur die Vereinigten Statten von Amerika kündigten 2017 als einziges Land der Erde für 2020 ihren Austritt an. Jedes andere Land auf der Erde hat den Vertrag rattifiziert und sich damit verpflichtet die Klimaziele einzuhalten. Auch in Deutschland  gilt das Pariser Abkommen als großer Rahmen für unsere eigenen Klimaziele.

Um die Erderwärmung auf 1,5° Grad zu begrenzen, dürften laut einem Bericht der UNEP (Umweltorganisation der Vereinten Nationen) die Emissionen im Jahr 2030 -- 36 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente nicht überschreiten.

Folglich hatten zur Umsetzung der Ziele, bereits einen Tag nach der Unterzeichnung des Abkommens, 163 Staaten ihre Klimaschutzpläne ausgearbeitet.  In Deutschland sprechen wir hier vom sogenannten Klimaschutzplan 2050.

Ziele des Pariser Übereinkommens:

  • Begrenzung des Anstieges der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau. Allerdings soll der Anstieg auf nicht mehr als 1,5 °C begrenzt werden.
  • Erhöhung der Fähigkeit sich den die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.
  • Vereinbarkeit der Finanzströme mit einem Weg hin zu niedrigen Treibhausgasemissionen und klimaresistenter Entwicklung.
  • Klimaneutralität in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts

Klimaneutralität

Das Ziel des Pariser Übereinkommens bis zur zweiten Hälfte des Jahrhunderts klimaneutral zu sein, ist sehr ambitioniert. Doch was heißt es, wenn ein Prozess oder eine Handlung klimaneutral ist?

Klimaneutral ist nicht mit Emissionsfreiheit gleichzusetzen. Es können durch einen Prozess Treibhausemissionen generiert werden. Wenn diese aber durch entsprechende prozesszugehörige Ersatzmaßnahmen (egal ob technisch oder biotisch) kompensiert werden können, darf sich der Prozess als Klimaneutral bezeichnen.

Klimaschutz - Infografik Meilensteine weltweiter Klimapolitik

 Emissionshandel

Ein marktwirtschaftliches Instrument der Umweltpolitik um Treibhausemissionen langfristig zu verhindern ist der sogenannte Emissionshandel. Insgesamt gab es bis 2017 -- 21 Handelssysteme in 35 Staaten. Die Richtlinien zum europäischen Emissionshandel wurden 2003 vom EU Parlament beschlossen und traten 2005 in Kraft. Derzeit umfasst das sogenannte EU ETS (Emission Trading System) bereits über 11.000 Anlagen in 31 EU-Staaten. 

Jede erfasste Anlage bekommt im Jahr eine definierte kostenlose Anzahl an Zertifikaten. Für jede Tonne emittiertes CO2 muss der Betreiber ein Zertifikat vorlegen. Sind keine Zertifikate mehr übrig muss er neue erwerben. So soll eine Motivation für den Anlagenbetreiber entstehen, langfristig CO2 zu senken.

Die Zertifikate werden von der europäischen Kommission vergeben. Die Anzahl der ausgegebenen Zertifikate wird dabei jährlich reduziert. Tätigen Unternehmen außerhalb der EU Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen, können Zertifikate über den Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung erworben werden.

Immer am 30. April jedes Jahres müssen die Anlagenbetreiber Emissionen des vergangenen Jahres offenlegen. Für jedes fehlende Zertifikat ist eine Strafe von rund 100 Euro fällig. Zusätzlich muss das fehlende Zertifikat nachgereicht werden.

Die für den Emissionshandel gelisteten Unternehmen kommen in erster Linie aus der Industrie, Luftverkehr (innerhalb der EU) sowie der Stromerzeugung. In Summe machen diese Unternehmen etwa 50% der Europäischen bzw. 40% der gesamtem Treibhausemissionen der teilnehmenden Länder aus. Weltweit gesehen umfasst der Emissionshandel etwa 8% aller Emissionen

Die Wirksamkeit des Emissionshandels in Bezug auf den Klimaschutz wird eher Kritisch betracht, da der Preis pro Zertifikat zu wenig Anreiz bietet, das Unternehmen in Klimaschutzmaßnahmen investieren. Der Preis pro Zertifikat lag im Juli 2019 bei 28 Euro/Tonne CO2, war aber im Laufe der Geschichte des Emissionshandels schon unter 6 Euro/ Tonne.

 Personal Carbon Trading

Wie wichtig ein Grundwissen zum Thema Emissionshandel zukünftig werden könnte, zeigt die Debatte über Pro-Kopf-Emissionen -„Personal Carbon Trading „. Man spricht hier von Konzepten zur Ausweitung des Emissionshandels auf die Allgemeinbevölkerung. PCT-Modelle werden insbesondere als Instrument für die Erfassung von Kleinemittern diskutiert. Für die Regierung dient das System außerdem zur Bepreisung von CO2. Erste Ideen dazu, sowie mögliche Konzepte zur Umsetzung stammen aus Großbritannien. Dort wird schon seit einigen Jahren über das Thema diskutiert.

Für Deutschland gibt es bereits mehrere Ansätze, wie jeder Endverbraucher in das System eingebunden werden kann. Genau wie in der Industrie soll jeder Bürger ein eigenes Zertifikate-Konto bekommen. Am Monatsanfang wird jedem eine definierte Anzahl kostenfreier Zertifikate gutgeschrieben. Diese werden beim Einkauf von Wärme, Strom oder Kraftstoffen zusätzlich zu den regulären Kosten bezahlt. Willst du z.B. Tanken fahren, wird neben den üblichen Kosten eine entsprechende Menge Zertifikate benötigt. 

Überschüssige Zertifikate können am Monatsende verkauft bzw. fehlende Zertifikate müssen eingekauft werden. Somit soll der Verbraucher direkt ein Gefühl für die Höhe seiner Emissionen bekommen. Als positiver Nebeneffekt, möchte man so die Bewusstseinsbildung für die eigenen CO2 Emissionen schulen. Neben dem Verkehr könnten so auch die Landwirtschaft und der Gebäudesektor mit einbezogen werden.

Allerdings ist der Aufwand so ein System ins Leben zu rufen enorm groß. Lt. einer Studie der Defra (2008a) würden die Kosten für die Einführung in UK zwischen 700 Mio bis 2 Mrd. Pfund liegen. Dazu kommen jährlich wiederkehrende Aufwendungen zwischen 1-2 Mrd. Pfund für die Unterhaltung des Systems. Selbst bei optimistischem Rechnen legen die Kosten etwa 2-4x höher, als der eigentliche Nutzen wäre.

Wer sich weiterführend für das Thema interessiert findet hier eine Ausführung vom Umweltbundesamt.

 Klimapolitik in Deutschland

In Deutschland ist die Diskussion um den Klimawandel schon seit vielen Jahren präsent. Neben der IPCC warnten bereits 1987 die DPG (deutsche physikalische Gesellschaft) sowie die DMG (deutsche Meteorologische Gesellschaft) vor dem bevorstehenden Klimawandel. Infolge dessen setzte die Bundesregierung einen wissenschaftlichen Klimabeirat ein und der Bundestag die Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“. 1990 endstand als Resuktat ein Abschlussbericht der vorsah, dass wirtschaftsstarke westliche Industrieländer eine Verringerung von CO2-Emissionen von 30% bis 2005 und 80%-95% bis 2050 zur Begrenzung der Erderwärmung anstreben müssten.

1995 fand der UN-Klimagipfel in Deutschland statt. Zu diesem Zeitpunkt war Angela Merkel noch unsere Umweltministerin. Helmut Kohl formulierte damals Deutschlands erstes Klimaziel: „Deutschland werde seine CO2 Emissionen bis 2005 gegenüber 1990 um 25% senken.“ Das Ziel scheiterte. Erst 2009 konnten die 25% erreicht werden.

Nach 2005 wurde ein neues Ziel unter Kanzlerin Merkel für Deutschland formuliert. Man wolle bis 2020 die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent reduzieren. 2010 wurde dann unter Merkel ein weiteres Emissionsziel verabschiedet, was vorsieht die Emissionen bis 2030 um 55%, bis 2040 um 70% und bis 2050 um 80-95% zu senken. Leider nahm das Interesse der Politik zum Thema Klimaschutz in Deutschland in den letzten Jahren stark ab. Insofern kann das gesetze Emissionsziel bis 2020 nicht mehr erreichen werden.

Wir alle wissen, dass das Thema Lobbyarbeit in Deutschland sehr großgeschrieben wird. Daher ist das Bindung der regierenden Politik an die Kohle- und Autoindustrie zu groß, um notwendige Maßnahmen konsequent durchzusetzen.

Einen guten Beitrag zu dem Thema Umweltschutz und „deutsche Lobbyarbeit“ hat der Youtube-Channel Simplicissimus gemacht.

Ich selbst habe im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit letztens von einem Vertreter eines großen Unternehmens zu hören bekommen, dass seine Leute in Berlin gerade kräftig Lobbyarbeit betreiben, damit Öl-Kessel 2026 in Deutschland noch nicht vom Markt gehen.

 Deutschland im internationalen Vergleich

Schaut man sich international um, stellt man schnell fest das Deutschland als Industrienation auf dem ersten Blick gar nicht so schlecht dasteht. 2015 lag der Anteil der in Deutschland produzierten Emissionen im weltweiten Vergleich bei etwa 2%. China ist hier derzeit Spitzenreiter mit über 23,5 %. Danach kommt die USA mit 13,4%. Die gesamte EU liegt bei 8,8 %. Eine weiterführende Übersicht zu dem Thema findest du auf dieser Website.

Das Klingt erstmal gar nicht so viel. Deutschland macht nur etwa 1/50 der weltweiten Emissionen aus. Aber das ist kein Grund sich damit zu rühmen. Denn im internationalen Vergleich stehen wir auf Platz 6 der emissionsfreudigsten Treibhausproduzenten. Auch die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland sind etwa doppelt so hoch wie im internationalen Durchschnitt, aber dazu später mehr.

 Deutschlands größte Klimasünder

Gemäß Schätzungen des UBA (Umweltbundesamt) lag der Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland 2018 bei etwa 866 Millionen Tonnen. Der Anteil an CO2 beläuft sich dabei auf weit über 80%. Bis Heute hat Deutschland seinen Ausstoß an Treibhausgasen seit 1990 bereits um 30,8 Prozent verringern können. Hier lag der Wert noch bei 1251 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Das Ziel ist es bis 2020 die 40 Prozent zu knacken und bis 2030 sollen Treibhausemissionen sogar bis zu 55 Prozent reduziert werden. Allerdings ist das Ziel der 40 Prozent bis 2020 nicht mehr erreichbar.

Um Emissionen mess- und beherrschbar zu machen werden sie in unterschliedliche Sektoren aufgeteilt. Deutschland teilt seine Zusammensetzung an Emissionen in die folgenden Sektoren auf: (Quelle: Bundesumweltministerium -- Stand 2016)

CO2-Ausstoß in Deutschland 2016 in Sektoren

Wie wir sehen haben alleine die Teilbereiche Energie, Industrie und Verkehr in Summe einen Emissionsanteil von 67,7 Prozent. Gerade in der Energiewirtschaft gibt es den größten Potenzial- und Handlungsbedarf.

In Deutschland produziert die Energiewirtschaft durch Verbrennungsprozesse mit fossilen Brennstoffen die größte Menge an CO2. Man geht von etwa 300 Millionen Tonnen im Jahr aus. Danach folgen verarbeitendes Gewerbe, Verkehr, Haushalt und Kleinverbraucher. Im Bereich Verkehr stieg der CO2 Ausstoß gegenüber 1990 sogar leicht an.

 Klimaschutzplan 2050

Am 14 November 2016 wurde der Klimaschutzplan 2050 im Bundeskabinett verabschiedet. In Ihm ist definiert, wie Deutschland die Klimaziele des Pariser Abkommens und der EU umsetzen möchte. Wir waren zu diesem Zeitpunkt eines der ersten Länder mit einer vom Pariser Abkommen geforderten Klimaschutzstrategie.

Das Ambitionierte Ziel der EU ist es, innerhalb, die Treibhausemissionen gegenüber 1990 um 80-95 Prozent zu senken. Deutschland möchte bis zum Jahr 2050 Klimaneutral sein. Der Klimaschutzplan 2050 wurde weitestgehend im Dialog zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet. Auf dessen Grundlage wurde ein Maßnahmenpaket mit 97 Vorschlägen erarbeitet. Die vorangegangene Zusammenarbeit sollte im Vorfeld bereits die allgemeine Akzeptanz des Paketes fördern.

Im März 2019 wurde in Deutschland ein Klimakabinett einberufen, das die Umsetzung der Ziele koordinieren und überwachen soll. 

Das Erreichen der Klimaziele ist in Etappen aufgeteilt. Bis 2020 sollen 40%, 2030 -- 55% und 2040 -- 70% Emissionsreduktion erfolgen. Um diese Ziele auch erreichen zu können, setzt Deutschland hier in mehreren Teilbereichen an.

Gerade die Energiewirtschaft ist im Zuge der Energiewende, die auf erneuerbare Energieträger setzt einer der wichtigsten Grundpfeiler des Maßnahmenpaketes. Bis 2050 soll der Anteil regenerativer Energien am Energieverbrauch auf mindestens 60 Prozent steigen.

Auch im Bereich Land- und Forstwirtschaft soll sich einiges ändern. Hier wird aber nicht zwangsweise eine CO2 Reduktion angestrebt. Es steht der Erhalt und die Verbesserung der Senkleistung von Pflanzen und Böden im Vordergrund. Dieses Ziel soll beispielsweise durch die Ausweitung von Waldflächen und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung realisiert werden.

Die Bundesregierung setzt dabei auch auf den einzelnen. Durch ökonomische Anreize soll der Verbraucher motiviert werden seine Konsumweise zu überdenken und auf nachhaltige Konsumweisen umschwenken.

Die nachfolgende Infografik zeigt die Reduktionsziele der einzelnen Teilbereiche bis 2030 im Vergleich zu 1990. (Quelle: Bundesumweltministerium – Stand 2016 -- Klimaschutzplan 2050)

Klimaschutz - Infografik - Klimaziele Deutschland bis 2030
Klimaschutz - Technologie und Wissenschaft

 Technologien zur Lagerung von Emissionen

 CO2 Endlager -- Carbon Capture and Storage

Wir haben bereits über natürliche Kohlenstoffsenken gesprochen. Neben den natürlichen Kohlenstoffsenken gab es in der Vergangenheit auch den Versuch CO2 in der Erde einzulagern bzw. zu verpressen. Dahingegen gab es allerdings massiven Widerstand der Bevölkerung.

Das große Ziel der CCS-Technologie ist die Reduzierung von CO2-Emissionen direkt an der Produktionsstätte durch eine Einlagerung in unterirdische Lagerstätten. Das Treibhausgas wird von der Produktion abgetrennt, gereinigt und komprimiert. Anschließend wird es als Flüssigkeit durch Pipelines in die Erde gepresst.

Als Lagerstätten kommen salzwasserführende Grundwasserleiter (Aquifere) oder ausgeförderte Erdöl- und Erdgaslagerstätten in Frage. Bei einem konventionellem Steinkohle Kraftwerk lässt sich so der CO2 Ausstoß mehr als halbieren. Allerdings steigt der Brennstoffverbrauch durch die Vorgänge -- Verdichten und Transport, auf bis zu 40% an, was den Wirkungsgrad des Kraftwerkes deutlich reduziert.

Alle CCS Technologien sind nach heutigen Entwicklungstand noch nicht wirtschaftlich. Derzeit wird intensiv an drei unterschiedlichen Verfahren zur Abscheidung des CO2’s geforscht und diese in ersten Pilotanlagen getestet. Allerdings ist noch völlig offen, welche und ob sich eine der Technologien durchsetzen wird.

  • Nachgeschaltete Abscheidung im Abgas (Post-Combustion Verfahren)
  • Abscheidung in IFCC-Kombikraftwerken
  • Abscheidung im Oxyfuel-Verfahren
Klimaschutz - CO2-CCS-Carbon Capture and Storage_Infografik

Rechtslage

Politisch ist das Thema in Deutschland und der EU sehr schwierig. Die für das CCS Verfahren notwendigen Technologien greifen in eine Vielzahl von Rechtsgebieten ein. Katastrophenschutz, Berg- und Wasserrecht, Immissionsschutz etc. Ein vollständig definierter gesetzlicher Rahmen ist nicht vorhanden.

Langfristige Auswirkungen auf die Umweltschädlichkeit der Einlagerungen großer Mengen CO2 sind auch noch nicht endgültig untersucht. Zudem gibt es in der EU ein diskriminierungsfreies Zugangsrecht aller EU-Staaten an Endlagerstätten. Das würde bedeuten, dass CO2 auch aus anderen Mitgliedsländern in Deutschland endgelagert werden dürfe.

Unsere theoretische Lagerkapazität in Deutschland liegt bei etwa 20 Mrd. Tonnen, das entspricht etwa 30 bis 60 Jahre des CO2-Ausstoßes all unserer Kraftwerke. Allerdings steht die Nutzung der Aquifere teilweise auch mit anderen regenerativen Energien, z.B. Geothermie, in Konflikt.

Pilotanlagen

Im Jahre 2015 waren weltweit etwa 13 CCS Großprojekte aktiv, die 26 Millionen Tonnen pro Jahr abschieden.

Ein internationales Wissenschaftlerteam entdeckte 2016, dass die Mineralisierung in Basaltgestein sehr effizient ist. Kohlenstoffdioxid kann in Karbonaten gelagert und so dauerhaft ohne sicherheitsbedenken deponiert werden.  Unter dem Namen CarbFix injizierten sie in einem Pilotprojekt in Island in Tiefen bis 400 Meter 220 Tonnen Kohlendioxid zusammen mit Wasser in vulkanisches Basalt.

Bereits nach 1,5 Jahren konnte festgestellt werden, dass über 90% des injizierten Kohlenstoffes mit dem Basalt reagierte und in Karbonate umgewandelt wurde. Bohrungen zeigten, dass das Basaltgestein mit weißlichen Karbonat-Adern durchsetzt war. Durch das Verfahren entfällt das Risiko des Entweichens, allerdings werden pro Tonne eigelagertes CO2 etwa 25 Tonnen Wasser benötigt.

Eine mögliche Anwendung ist allerdings sehr Standortabhängig. In Deutschland oder Mitteleuropa gäbe es kaum Basaltvorkommen die sich für diese Technologie eignen. Anhand von Modellrechnungen könnten mit dieser Methode Speicherkosten von 25-50 USD/ Tonne möglich sein.

Auch die Norweger haben schon einiges an Erfahrung mit CCS gesammelt. Im Feld Sleipner in der Nordsee wurden bereits über 17 Millionen Tonnen CO2 verpresst.

In Deutschland gab es in den letzten Jahren massiven Widerstand gegen die Einlagerung von CO2 im Boden, CCS hat vermutlich weniger Anhänger als Atomenergie, da diese Technologie auch den zentralen Gedanken der Energiewende zuwiderläuft.

 Direct air capture

Eine weiterer interessanter Ansatz ist es der Luft direkt das CO2 zu entziehen. Als DAC (Direct air capture) wird ein Verfahren bezeichnet, dass Kohlenstoffdioxid mittels chemischer Absorber direkt aus der Luft filtert. Derzeit wird das Verfahren über dieverse Prototypen experimentell erprobt.

Problematisch ist auch hier der Faktor der Wirtschaftlichkeit. Anfang 2018 lagen die Kosten bei ca. 600 USD für eine Tonne abgeschiedenes Kohlenstoffdioxid. Die Lagerung ist dabei noch nicht einmal mit eingerechnet. Ziel der Entwickler ist es die Kosten auf ca. 100 USD/Tonne zu senken.

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 Die Rolle der Einzelperson

Im ersten Teil haben nun gelernt, wie CO2 entsteht und was es auf die Umwelt für einen Einfluss. Im zweiten Teil haben wir Bezug auf die weltweite Klimapolitik genommen und speziell die Brücke zu Deutschland geschlagen. Zusammengefasst wissen nun das CO2 ist nichts erstmal prinzipiell nichts Schlechtes ist, aber hier macht es einfach die Menge.

Analysieren wir also als nächstes die Rolle des Bürgers/ Verbrauchers: (Angaben Stand 2016)

  • Nach Angaben des statistischen Amtes der EU erzeugte der durchschnittliche EU-Bürger rund 8,8 Tonnen CO2 im Jahr.
  • In Deutschland lag der Durchschnitt sogar bei durchschnittlich 9,6 Tonnen CO2 bzw. 11,3 Tonnen CO2-Äquivalenz pro Jahr (Quelle BMU). Die Werte unterscheiden sich in verschiedenen Quellen.
  • Selbst China, als derzeit größter Emissionsproduzent der Erde (23,5%) hat mit durchschnittlich 7,6 Tonnen pro Kopf, einen niedrigeren Wert als Deutschland.
  • Im Vergleich zu anderen Industrienationen stehen wir allerdings gar nicht so schlecht. In Katar z.B. liegen die pro Kopf-Emissionen bei über 30 Tonnen pro Person.
  • In der USA und Kanada bei knapp 16 Tonnen.
  • Der internationale Durchschnitt liegt etwa bei 4,8 Tonnen pro Jahr. 

Wir sehen also, hier ist noch Potential da!

Wenn jeder Bürger, ein bis zwei Tonnen CO2 im Jahr einspart, könnt ihr euch selbst ausrechnen, dass das durchaus einen Effekt hat. Schätzungen ergaben, um die 2°C Erwärmungsgrenze bis zum Ende des Jahrhunderts einhalten zu können, müssen die durchschnittlichen Pro-Kopf Emissionen auf weltweit unter zwei Tonnen pro Jahr gesenkt werden.

Zum Vergleich, ein Kubikmeter Buchenholz bindet etwa 1,25 Tonnen Kohlendioxid im Jahr.

Damit wir wissen auf was wir unseren Fokus legen sollten, schauen wir uns als letztes noch an wie sich unsere täglichen Emissionen zusammensetzen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes setzten sich die Durchschnittlichen CO2-Emissionen privater Haushalte wie folgt zusammen: (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Klimaschutz - CO2-Emissionen privater Haushalte-Infografik

 Dein persönlicher CO2 Fußabdruck

Jeder von uns erzeugt eine gewisse Menge an Emissionen. Dein CO2-Fußabdruck beschreibt die Menge an CO2-Emissionen die du in einer bestimmten Zeit produzierst. Er zeigt dir im Durchschnitt, wo du mit deiner Lebensweise stehst, dein persönlicher Ausgangswert.

Es handelt sich um eine eindimensionale Ökobilanzierung, dass Rechenmodell dazu wurde 1994 von Wackernagel und Rees aufgestellt. Im Internet gibt es zahlreiche CO2-Rechner. Meiner Meinung nach ist es immer besser mehrere Ergebnisse zu vergleichen.

Liegst du im Ergebnis mit deinem Fußabdruck im- oder über dem Durchschnitt?

5 Tipps deinen Fußabdruck zu verkleinern

Erster Tipp -- gesunde Mobilität:

Der erste Tipp den wir für euch haben ist, benutzt euren Körper, so oft es geht. Der Mensch gemacht um sich zu bewegen. Muss man als gesunder Mensch jeden Tag mit dem Auto zum 300 m entfernten Supermarkt laufen? Benutzt doch das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel für weitere Strecken. Ansonsten tragen euch eure Beine auch wohin ihr wollt. Alles was man in unter 20 min erlaufen kann, ist kein Weg. Dazu kommen Aufzüge, ich sehe zu viele Menschen die in den 1.Stock mit dem Aufzug fahren. Benutzt eure Beine, das hält zudem noch Fit und schont die Umwelt.

Wenn ihr doch mit dem Auto unterwegs sei, dann achtet auf eure Fahrweise.

Zweiter Tipp -- bewusster Medienkonsum:

Geht öfter raus und schränkt euren Medienkonsum ein. Jeder Blick aufs Handy verbraucht Strom. Jede Anfrage bei Google und jede Email die ihr speichert verbraucht Energie.

Dritter Tipp -- Strom sparen:

Achtet beim Kauf elektrischer Geräte auf das entsprechende Energielabel, so bezahlt ihr zwar beim Einkauf etwas mehr, allerding spart ihr später Strom und Nebenkosten. Steigt am Besten dabei gleich auf Bio-Strom um.

Vierter Tipp -- Wärmeenergie sparen:

Sorgt dafür das eure Wohnung/ Haus gut gedämmt ist und Heizt evtl. im Winter 1-2 °C weniger. Es wird nicht schneller Warm, wenn man das Thermostat auf 5 dreht.

Fünfter Tipp -- kontrollierter Einkauf:

Geht bewusster einkaufen, schreibt euch einen Zettel und vermeidet Plastik. Nicht jeder von uns hat einen Unverpackt laden um die Ecke. Trotzdem muss man nicht bei jedem Einkauf eine neue Plastiktüte kaufen.

Achtet beim Einkauf von Lebensmitteln auf folgende Punkte:

  • frische Lebensmittel sind immer besser als verarbeitete Lebensmittel
  • regional ist immer besser, als Import
  • weniger Fleisch ist besser, als mehr Fleisch
  • Bio ist nicht prinzipiell besser als nicht Bio -- Informiert euch im Vorfeld was ihr kauft

 Klimatarier, dein Foodabdruck!

Wir alle kennen verschiedene Ernährungsformen, neben Vegan oder Vegetarisch, hat sich in den letzten Jahren eine Community rund ums Thema klimafreundliches Essen (-Leben) gebildet- die sogenannten „Klimatarier“. Bei dieser Ernährungsform geht es nicht speziell darum was du isst. Es geht vielmehr darum, das dein Ernährungsverhalten möglichst geringen negativen Einfluss auf den Klimawandel hat.

Essen gegen die Erderwärmung ist hier der große Leitspruch.

Alles was auf unseren Tellern landet, durchläuft eine bestimmt Produktionskette, die mehr oder weniger Aufwendig ist. Heimisch, regional, saisonal und bio sind daher die maßgeblich Wichtig für jedem Einkauf. Beim Durchschnittsdeutschen liegen die nachrungsbedingten Treibhausemissionen zwischen 1,4 -- 2 t CO2-Äquivalente pro Jahr. Schlüsselt man diese Angabe noch ein wenig auf, ergibt sich folgende Zusammensetzung:

Klimaschutz - CO2-Äquivalente Ernährung-Infografik

Gerade die Produktion tierischer Produkte weisen eine überdurchschnittlich hohe Emissionensproduktion auf. Das Beispiel Rind zeigt das sehr deutlich. 1 Kg Kartoffeln erzeugt dagegen nur rund 0,4 Kg CO2 Emissionen. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen Möchte findet hier einen schönen Rechner.

In Deutschlangt, bezogen auf die gesamte Produktionskette, einschließlich Lagerung, Verpackung und Müllbeseitigung, liegt laut Studien die Emissionen im Bereich Ernährung bei rund 203 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Wir sehen also hier ist durchaus Potential zur Verbesserung.

Ich selbst möchte nicht auf Fleisch oder Milch verzichten. Dennoch finde ich das Thema Klimatarier sehr interessant. Ich denke, wenn man sich seinen eigenen Konsum und die damit einhergehenden Emissionen bewusst macht, dann achtet man in Zukunft auch etwas genauer darauf, was man gerade einkauft.

Wie du selbst zum Klimatarier wirst

Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln ist gar nicht so schwer wie du jetzt vllt denkst. Durch das Einhalten einer Hand voll Regeln kannst du bereits selber zum Klimatatier werden, oder zumindest deinen eigenen CO2 Fußabdruck etwas reduzieren.

  • Kaufe überwiegend Bio und achte auf regionale- und Saisonprodukten. Zum Thema Saisonprodukte haben wir dir auf unser Pinterestseite einen Saisonkalender erstellt.
  • Versuche dich möglichst aus ressourcenschonenden und nicht verarbeiteten Lebensmitteln zu ernähren. Das Bedeutet, Fokus auf: Obst, Gemüse und pflanzliche Produkte. Fleisch ist erlaubt aber nur in Maßen.
  • Selber Kochen ist Pflicht. Finger weg von Fertigprodukten.
  • Achte auf dein Einkaufsverhalten. Du solltest alle von dir erworbenen Produkte auch verwerten und sie vor dem Mülleimer schützen.

Auch durch das Einsparen von Plastik und Verpackungsmüll kannst du viel verändern. Ich selbst rege mich z.B. immer auf, dass eine Gurke im Supermarkt mit einem Plastikkondom überzogen wird. Es gibt allerdings fast immer Alternativen, beim Einkauf darauf zu achten möglichst wenig Verpackungsmaterial mitzunehmen bewirkt auch schon viel. Möchtest du Plasikabfälle vermeiden kann ich dir diese Literatur empfehlen. Bist du eher der Typ-Mensch der gern viel selber macht, findest du hier ein schönes Buch.

Was mit an dem Thema so gefällt ist, dass das aufkommen des modernen Klimatariers unterm Strich noch recht jung ist. Das heißt, wirklich jeder kann hier nach bestem Gewissen seine eigenen, Ideen und Erfahrungen mit einbringen und für sich das Thema Klimatarier so gestallten, wie es am Besten in sein Leben integierbar ist.

 Digitaler Fußabdruck -- Was ist das nun wieder?

Das Internet vergisst nicht

Kommen wir zum letzten großen Abschnitt, deinem digitalen Fußabdruck. Gibt es den überhaupt und was hat mein Surfverhalten denn mit Umweltschutz zu tun?

Ich denke, das ist ein Thema in dem ganz viel Potential steckt, es aber viel wenig diskutiert wird. Tatsächlich war dieser Punkt meine eigentliche Motivation diesen Artikel zu schreiben. Wie oft lieber Leser, hast du dir selber schon die Frage gestellt, welche Auswirkungen dein Medienkonsum auf deine Klimabilanz hat? Ich vermute noch nicht so oft. Vielleicht bist du aber auch deswegen auf genau diesen Beitrag gestoßen.

Das Internet ist eine riesige Datenkrake und es ist Erschreckend, was z.B. Firmen wie Facebook oder Google alles über uns wissen. Gehörst du zum Beispiel zu den 92% Marktanteil von Google in Deutschland, kannst du gern in der Googletimeline nachsehen, wo laut Google schon überall gewesen bist, oder in welche Werbekategorien Google dich steckt.

Ich bin richtig erschrocken als ich diese Seiten das erste Mal betreten habe. Es waren Daten zu erkennen, die ich meines Wissens nie irgendwo hinterlegte. Das zeigt aber, egal was du im Internet machst, du hinterlässt Spuren und Daten die auf Servern gespeichert werden! Und genau das, ist der entscheidende Punkt den wir uns hier bewusst machen wollen.

Jeder, der das Internet nutzt, hinterlässt Spuren und Daten.

 Der „geheime“ Emissionsriese

Und welchen Einfluss hat mein Medienkonsum auf meine Klimabilanz? Ganz einfach, wie du sicher weißt, funktioniert das Internet nicht ohne Strom. Hinter allen virutellen Produkten steckt eine lange und komplizierte Infrastruktur. Das Portfolio digitaler Dinsleisuntgen nimmt zudem stetig zum. Damit steigt gleichzeitig auch der Energieverbrauch und die damit einhergehenden Emissionen.

Problematisch ist, dass weder auf nationaler noch auf internationale genaue Zahlen zu dem Thema vorliegen. Ein Erfassen genauer Emissionswerte ist auf Grund der Komlexität fast unmöglich. Durch die global fehlende Messbarkeit spricht man hier von einem unsichtbaren bzw. geheimen Energieverbrauch.  Aufbauend auf einem Berechnungsmodell eines schwedischen Wissenschafftlers, ergab die Studie eines französischen Teams, das Digitaltechnologien rund 3,7% der weltweiten Emissionen verursachen. Wie weit dieser Wert der Wahrheit enstricht ist allerdings Objektiv nicht prüfbar.

Sicherlich hat die Digitalisierung viele positive Einflüsse auf die Effektiviät vieler Bereiche, was sich wiederum positiv auf deren CO2-Bilanz answirkt. Dennoch sollte auch mit dem eigenen Medienkonsum bewusst umgegangen werden.

 Wie bewusst gehe ich selbst mit meinem Medienkonsum um?

 2018 nutzen rund 3,8 Milliarden Menschen das Internet. Man kann sich also vorstellen was für Serverkapazitäten notwendig sind um diese Datenmengen zu verarbeiten. Diese Server brauchen natürlich Strom und dieser Strom stößt in der Regel bei der Produktion CO2 aus. Kommen wir also mit dieser Überleitung zum eigentlichen Thema.

Daten die wir im Internet produzieren sind also nicht nur schlecht für unsere Privatsphäre, sondern belasten auch die Umwelt.

Jede Suchanfrage bei Google produziert CO2. Jedes Video was wir Streamen produziert CO2. Ja so gar jeder Blick aufs Handy oder Tablet produziert CO2. Das klingt zwar jetzt extrem weit hergeholt, aber hier macht es einfach die Masse an Nutzern. Habe ich mir dieses Thema aber einmal bewusst gemacht, kann ich als Einzelperson mit ganz wenig Aufwand meinen Beitrag dazu leisten.

Wir sollten uns also alle einmal Gedanken zu unserem Medienkonsum machen.

 Durch Emails löschen CO2 einsparen?

Wir alle produzieren Müll. Bei uns in Deutschland wird dieser vor der Haustür abgeholt und entsorgt. Im Internet funktioniert das in der Regel nicht. In den meisten Fällen sind wir selbst dafür verantwortlich, wie wir mit unserem Datenverkehr umgehen. Ein paar Emails zu löschen tut niemanden weh, im Gegenteil, wir werfen damit Ballast.

Galileo hat diesbezüglich einen schönen Beitrag gemacht, man kann dazu sicherlich viel Kritik finden. Liest man sich die Kommentare unter dem Video durch, kommt man öfter mal ins schmunzeln. Sicherlich ist gerade die Hochrechnung am Ende finde ich etwas fragwürdig aber warum nicht? Ich persönlich fand die Idee gut und mein Postfach aufzuräumen hat mir in meiner Entwicklung auch nicht geschadet.

 

Fazit

Ein generelles Fazit lieber Leser möchte ich an dieser Stelle dir überlassen. Ich glaube Umweltschutz ist für uns normale Bürger sehr viel Kopfsache und ich hoffe wir konnten dich etwas dazu anregen über das Thema nachzudenken. Was du aus dem hier erworbenen Wissen macht können wir nicht Beeinflussen und das wollen wir auch nicht!

Das bekehren von Menschen überlassen wir den Veganern.

Quellen

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verfasst von Martin