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15. Oktober 2018, gepostet in Badminton, InformativesBadminton Taktik Blog 1

Teil 1: Grundbegriffe und Badminton Schlagtechniken

Während eines Matches erfolgt ein ständiger Wechsel aus Angriff und Defensive. Ein taktisch anspruchsvolles Spiel ist wie eine Partie Schach. Allerdings bleiben den Beteiligten oft nur Millisekunden, um auf die Züge des Gegners zu reagieren. Dazu kommt die enorme körperliche Belastung. Aus diesem Grund ist es notwendig, als guter Spieler, bevorzugte Gegenzüge aus dem FF zu kennen. In diesem Beitrag erklären wir wichtige Begrifflichkeiten und geben eine Übersicht über die verschiedenen Badminton Schlagtechniken. 

Der komplette Blog besteht aus mehreren Teilen und wird euch eine Einleitung in die grundlegenden Taktiken im Badminton geben. Hier nochmal der Hinweis, diese Ausführungen richten sich eher an Anfänger und ambitionierte Hobbyspieler.

 Badminton vs Federball

Das heutige Badminton ist eine Wettkampfsportart und nicht mit dem volkstümlich bekannten Federball zu vergleichen. Leider wird dieser Vergleich noch zu oft gezogen, das führt gern dazu, dass man bei der Frage: „Willst du mit Badminton spielen kommen?“ oft etwas belächelt wird. Fast jeder von uns hat als Kind einmal Federball im eigenen Garten gespielt und genau da liegt schon der Unterschied -gespielt-.

Beim Federball gibt es kein festes Regelwerk. Es wird versucht eine möglichst hohe Anzahl an Ballwechseln zu erreichen. Badminton ist das genaue Gegenteil. Mit gezielten Schlägen wird die Gegenseite aus dem Gleichgewicht gebracht, bis der Ball auf dem Boden aufschlägt. Wir merken uns also: „Federball spielen wir miteinander, Badminton gegeneinander!“

Allgemein bezeichnet man Badminton als Rückschlagspiel. Es können entweder zwei Spieler(Einzel) oder vier Spieler(Doppel) gegeneinander antreten. Die Wettkämpfe werden in Sätzen ausgetragen. In jedem Satz wird dabei bis zu 21 Punkten gespielt.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Spielregeln könnt ihr in unserem Badminton-Regeln Beitrag nachlesen.

Folgende Paarungen können im Wettkampfbereich gegeneinander antreten:

  • Damen Einzel
  • Herren Einzel
  • Damen Doppel
  • Herren Doppel
  • Gemischtes (Mixed) Doppel

 Warum du dich unbedingt mit Theoriewissen rumärgern solltest

Zuerst einmal ist es niemals verkehrt sich in einem Bereich den man kenn Theoriewissen anzueignen. Wissen schadet niemanden. Allerdings, und das ist der zweite wichtige Punkt: Wissen hilft uns, uns schneller zu entscheiden und gerade das ist in einer hitzigen Spielsituation Goldwert!

Ich habe in dem Buch „Richtig Badminton – BLV Sportpraxis Top“ einen tollen Absatz gefunden, der diesen Fakt Belegt! Wir schaffen es beim Badminton Ballgeschwindigkeiten weit im dreistelligen Bereich zu erzeugen. Das eine kurze Reaktionszeit daher von Vorteil ist, ist kein Geheimnis. Der Durchschnittsmensch hat bei optischen Reizen eine „Einfach-Reaktionszeit“ von 0,18 Sekunden. Allerdings erhöht sich diese auf Grund von möglichen Alternativ-Entscheidungen auf rund 0,25 Sekunden beim Durchschnittsbadmintonspieler. Durch körperliches und geistiges Training können wir unsere Reaktionszeit um bis zu 30% verringern, das wäre ein deutlicher Vorteil gegenüber unserem Gegenspieler. Das gilt im Übrigen für alle Bereiche in unserem Leben.

Um im Spiel zu einem Schlag oder einer Bewegung zu kommen, bearbeiten wir unterbewusst eine Reihe von Phasen, in denen wir eine Entscheidung für die Ausführung der eigenen Bewegung Treffen. Die vier Phasen lauten:

  • Wahrnehmung
  • Analyse
  • Gedankliche Lösung
  • Motorische Lösung

Die Phasen überschneiden sich in ihrem Ablauf und können durch genügend Training automatisiert werden. Je Erfahrender wir in einer Situation sind, desto schneller können wir diese Situation auch lösen. Uns muss klar sein, das wir mit jedem Schlag den wir anwenden eine ganz bewusste und individuelle Entscheidung treffen müssen.

 Begriffsverzeichnis

Natürlich gibt es gewisse Grundbegriffe auf die man immer wieder stößt.  Damit du beim Lesen auf unserer Seite keine Fragezeichen über dem Kopf hast, findest du hier einige der wichtigsten Begrifflichkeiten zum Nachschlagen.

 Spielfeld

  • Court – „Spielfeld“ – begrenzt durch äußere Grenzlinien;
  • Baseline – „Hintere Aufschlaglinie im Einzel“ zum Netz parallel verlaufende hintere Grenzlinie an den beiden Enden des Spielfelds;
  • Long Service Line – Hintere Aufschlaglinie, unterscheidet sich im Einzel und im Doppel;
  • Short Service Line – Vordere Aufschlaglinie;
  • Forecourt – vorderes Drittel des Spielfelds zwischen Netz und der Short Service Line;
  • Midcourt – mittleres Drittel des Spielfelds, auf halbem Weg zwischen Netz und Baseline;
  • Service Court – Zone, in der der Aufschlag ausgeführt wird. Also Analog dem Midcurt;
  • Backcourt – hinteres Drittel des Spielfelds, in der Zone der hinteren Grenzlinie;
  • Alley – Spielfelderweiterung um 1,5 Feet auf beiden Seiten im Doppel-Spiel;
  • Back Alley – Zone zwischen der hinteren Grenzlinie und der long Service Line;
Badminton Regeln, Spielfeld

 Spieler

  • Center or Base Position – „Zentralposition“ Ort in der Mitte des Spielfelds, zu welchem ein Einzelspieler nach Angriffen zurückkehrt;
  • Racquet (Racket) oder Badmintonschläger – vom Spieler verwendetes Gerät, um beim Badminton den Federball zu spielen;
  • Shuttlecock (Shuttle) – Federball – offizieller Name des zu schlagenden Objekts;
  • Wood-Shot – Ergebnis beim Treffen des Federballs mit dem Rahmen des Schlägers;

 Spielgeschehen

  • Match – eine Partie Badminton; 
  • Satz – einzelnes Spiel innerhalb einer Partie; 
  • Rally – kompletter Ballwechsel bis zum Fehler;
  • Fault – Missachtung der Spielregeln entweder beim Aufschlagen, Annehmen oder während des Spiels;
  • Let – erlaubter Spielabbruch mit Möglichkeit zur Spielwiederholung;

 Schlagarten

  • Serve (Service) – Aufschlag, der den Federball am Beginn eines Ballwechsels ins Spiel bringt;
  • Balk (Feint) – irreführende Bewegung, die den Gegner vor- oder während des Aufschlages verwirrt;
  • Flick – schnelle Handgelenks- und Vorderarmrotation zur Beschleunigung eines eigentlich weichen Schusses zur gegnerischen Verwunderung; bevorzugt beim Aufschlag oder am Netz angewandt;
  • Longline – Ball der parallel zur Seitenlinie gespielt wird;
  • Crossline – Ball der diagonal zur Seitenlinie gespielt wird;

Schlagarten

  • Serve (Service) – Aufschlag, der den Federball am Beginn eines Ballwechsels ins Spiel bringt;
  • Balk (Feint) – irreführende Bewegung, die den Gegner vor- oder während des Aufschlages verwirrt;
  • Flick – schnelle Handgelenks- und Vorderarmrotation zur Beschleunigung eines eigentlich weichen Schusses zur gegnerischen Verwunderung; bevorzugt beim Aufschlag oder am Netz angewandt;
  • Longline – Ball der parallel zur Seitenlinie gespielt wird;
  • Crossline – Ball der diagonal zur Seitenlinie gespielt wird;

Basiswissen Ballannahme – der Return

Möchtest du dich mit dem Sport Badminton näher beschäftigen, dann kommst du um ein Studium der verschiedenen Schlagtechniken nicht herum. Im Gegenteil, wenn du dir einmal bewusst gemacht hast, was es für Schlagmethoden gibt, hast du ein gutes Repertoire an Werkzeugen um deinen Gegnern so richtig ihr Leben schwer zu machen.

Bevor wir einen Ball zum Gegner zurückspielen, müssen wir ihn allerdings erstmal annehmen! Dazu haben wir verschiedene Möglichkeiten. Im Folgenden zeigen wir dir die Grundlagen, wie wir Schläge parieren und erarbeiten uns die verschiedenen Vor- und Nachteile.

 Vor- und Rückhand, gibt es da noch mehr?

Prinzipiell versuchen wir immer den Federball so früh und so hoch wie möglich anzunehmen. Das ist der erste wichtige Tipp den du hier lernst. Das schaffen wir in dem wir immer zum Ball laufen und nicht warten bis der Ball bei uns ist!

Untersuchen wir als Erstes, welche Möglichkeiten wir haben, den Ball anzunehmen. Analog zum Tennis, können wir den Federball mit der Vorhand (orange) oder der Rückhand (braun) zu Gegner zurückspielen. Das lässt sich aber noch weiter kategorisieren. Je nach dem auf welcher Höhe (in Bezug auf den eigenen Körper) man den Federball annimmt, unterscheidet man folgende Trefferpunktbereiche

Badminton Schlagtechniken - Treffrepunktbereiche
  • Überhandschläge (ÜH), Balltrefferpunkt liegt seitlich neben dem Körper, etwa Kopfhöhe
  • Überkopfschläge (ÜK), Balltrefferpunkt liegt direkt über dem Kopf;
  • Seitenschläge (SH) , Balltrefferpunkt seitlich neben Körper, ewta Höhe Schlaghand;
  • Unterhandschläge (UH). Balltrefferpunkt unterhalb des Handgelekes der Schlaghand;

 Überhand- und Seitenschläge 

Überhand und Seitenschläge werden dann ausgeführt, wenn der Federball nicht über dem Kopf geschlagen werden kann. Wie der Name schon vermuten lässt, wird der Ball seitlich bzw. oberhalb der Hand geschlagen. Flache und schnelle Bälle direkt über das Netz sind das Ziel eines solchen Schlages. Durch die abgeflachte Flugbahn kommt die Gegenseite nicht in eine Angriffsposition, sie wird in die Defensive gezwungen. Im besten Fall muss der Gegenspieler den Federball nach oben „heben“. Dadurch kommt bzw. bleibt man selbst in der Offensive.

Damit haben wir hier schon den zweiten ganz wichtigen Tipp: Wir wollen immer versuchen die Möglichkeiten der Gegenschläge des Gegners einzuschränken. Von uns hochgespielte Bälle geben der Gegenseite die Möglichkeit zum Angriff. Muss der Gegner denn Ball allerdings „heben“ haben wir eine gute Chance als nächstes wieder in den Angriff zu kommen. Aus diesem Grund sollten wir, wenn möglich immer versuchen den Trefferpunkt des Gegners möglichst weit unten zu halten.

 Überkopfschläge

Überkopfschläge gehören zu den wichtigsten Schlagarten im Badminton. Wie der Name schon sagt wird der Federball oberhalb des Kopfes angenommen. Sowohl Angriffs- und Verteidigungsschläge können so ausgeführt werden. Der Smash oder der Drop werden als offensive Schlagarten Überkopf ausgeführt. Auch der Clear in der Defensive ist eine Überkopfvariante.

Überhand, Unterhand und Schläge die mit der Rückhand gespielt werden, haben meist einen niedrigen Balltrefferpunkt und schränken damit die eigenen Schlagmöglichkeiten ein. Mit jedem eigenem Spielzug, sollte man daher immer versuchen die Gegenseite zu zwingen, einen möglichst hohen Ball zurück zu schlagen. 

Als Grundsatz gilt: Wir dürfen uns nicht scheuen, so oft wie möglich so zum Federball zu laufen, so dass der Balltreffpunkt wenn möglich immer über unserem Kopf liegt!

Da vielen das Spielen mit der Rückhand schwer fällt, kann man durch spezielle Lauftechniken den Ball zu umlaufen. Der Federball wird dann „links vom Kopf“ gespielt! Allerdings ist das eher etwas für fortgeschrittene Spieler.

 Die Feldbereiche

Wann wir welche Schlagtechnik anwenden, hängt maßgeblich davon ab, wo wir uns im Spielfeld befinden. Die Entfernung zum Netz spielt dabei eine große Rolle. Deshalb ist es sinnvoll das Spielfeld in drei Bereiche aufzuteilen:

  • Vorderfeld – (Forecourt)
  • Halbfeld – (Midcourt )
  • Hinterfeld – (Backcourt )

Auch wenn wir an dieser Stelle etwas vorweggreifen. Die Folgende Übersicht zeigt aus welcher Position wir welche Schlagtechnik anwenden können. Man kann daraus auch eine gute Partnerübungen aufbauen. Zum Beispiel sagt der Übungspartner auf welche Position gespielt werden soll. Der Übende kann sich darauf vorbereiten und den Entsprechenden Schlag ausüben. So lassen sich die einzelnen Positionen besser einprägen. Nach jedem Schlag wird dann wieder auf die Position 0 (Zentralposition zurückgegangen).

Taktik Badminton - Positionsbedingte Schlagarten

 Reichhöhe

Reichhöhe ist ein Wort, dass man im Zusammenhang mit Schlagtechniken oft liest. Allerdings findet man so richtig keine genaue Definition. Unser Meinung nach gibt die Reichhöhe an, in welcher Höhe man selbst oder der Gegner Bälle aus dem Stand noch schlagen kann. Damit ist die Reichhöhe eines Spielers abhängig von dessen Körpergröße. Durch eine große Reichshöhe erhöhen sich die Möglichkeiten im Überkopfspiel und man hat verbesserte Angriffsmöglichkeiten.

Schlagarten Badminton Reichhöhe

 Longline und Crossline

Nach dem wir nun alle Grundlagen geklärt haben, wie wir  den Federall annehmen können, fehlt uns als letztes noch die Definition der Richtung. Prinzipell gibt es dazu im Badminton zwei Richtungen. Bälle die Diagonal zur Seitenlinie gespielt werden nennt man Cossline. Cossline-Bälle haben einen längeren Flugweg und damit eine erhöhte Flugdauer. Spielt man Cossline, zwingt man den Gegenspieler dazu sich zu bewegen.

Natürlich können wir einen Schlag auch parallel zur Seitenlinie ausführen. Diese Bälle werden im Badminton als Longline bezeichnet. Longline gespielte Bälle haben einen kürzeren Flugweg und damit eine reduzierte Flugdauer. Unser Gegenspieler hat weniger Zeit zu reagieren, muss aber ggf. auch nicht so weit zum Ball laufen. 

Wann wir Cross- oder Longline spielen hängt ganz von der Spielsituation ab. Entscheidend ist immer die eigene Position in Relation zum Gegenspieler. Prinzipiell können wir jede der folgenden Schlagtechniken entweder parallel oder diagonal zur Seitenlinie spielen.

Badminton Schlagtechniken

Nach dem wir nun geklärt haben, welche Möglichkeiten es für uns gibt einen Schlag entgegen zu nehmen, klären wir nun, welche Techniken uns für das Rückspiel zu Verfügung stehen und wann wir diese einsetzen. Allerdings geht es hier weniger um die richtige Ausführung. Damit beschäftigen wir uns erst dann, wenn wir wissen, welchen Nutzen wir aus den einzelnen Schlagtechniken ziehen um uns einen taktischen Vorteil zu erspielen. Beinarbeit und Kondition sind dafür eine wichtige Voraussetzung und gehören damit zum Training eines jeden Badmintonspielers.

Jeder Schlag besteht aus drei Phasen die erlernt werden müssen. Die Phasen gehen in der Ausführung nahtlos ineinander über. Was ihr nun mit diesem Wissen anfangt sei euch überlassen! 

  • Erste Phase: Ausholphase/ Schlagvorbereitung
  • Zweite Phase: Schlagphase
  • Dritte Phase: Ausschwungphase
Badminton Schlagtechniken - gesamt

Vor-und Rückhand Aufschlag

Badminton Schlagtechniken - Aufschlag

Der Aufschlag dient als Eröffnung für jeden neuen Ballwechsel. Er erfolgt immer Crossline. Als Aufschläger haben wir die Möglichkeit den Ball entweder hoch und weit oder als kurzen meist mit der Rückhand gespielten Aufschlag auszuführen. 

Der Ball sowie der gesamte Schlägerkopf müssen sich während des Aufschlages unterhalb der Taille befinden. In den Spielregeln findest du genaueres zur Ausführung.

Der Federball muss immer hinter der short service Line, im services Court, der Gegenseite landen. Das klingt mega kompliziert, ist es aber eigentlich nicht. Wir spielen immer diagonal zur Gegenseite und achten darauf, dass der Ball im richtigem Aufschlagfeld landet.

Kurzer Rückhand Aufschlag

Der kurz gespielte Rückhand-Aufschlag ist aus taktischer Sicht dem Hohen-Aufschlag zu bevorzugen, denn die meisten Angriffsschläge setzen hohe Bälle voraus. Wir setzen den Gegner vom ersten Schlag an unter Druck und verhindern, dass er direkt in eine Angriffsposition kommt. Variieren kann man den Schlag durch Druck-und Richtungsanpassungen.

Natürlich können wir auch mit der Vorhand kurze Bälle spielen. Die Rückhand gibt uns aber einerseits mehr Gefühl für Winkel und Richtung beim Schlag. Außerdem können wir so mehr Druck auf den Federball ausüben und ihn so schneller spielen.

Tipp: gerade im Doppel empfiehlt es sich oft auf den Raum zwischen beiden Gegnern zu spielen. Das führt bei ungeübten Doppelpartnern oft zu Verwirrung. Dieser Tipp funktioniert allerdings häufiger bei Gelegenheitsspielern, als bei Wettkampfsportlern.

Langer, „hoher“ Vorhand-Aufschlag

Der hohe Aufschlag dient zur Variation des eigenen Spieles. Er zwingt den Gegner kurz nach oben zu schauen, sodass dieser den Aufschläger nicht mehr beobachten kann. Allerdings hat dein Gegenüber mehr Zeit sich auf das Rückspiel vorzubereiten. Außerdem lässt der hohe Ball mehr Raum für einen offensiven Gegenschlag. Der hohe Aufschlag sollte nur als gelegentliche Variation genutzt werden, um dein Gegenüber aus seiner gewohnten Spielweise heraus zu bringen.

Es ist wichtig den Gegner dabei zu Überspielen und ihn in sein Hinterfeld zu zwingen. Zu kurz gespielte Aufschläge bieten eine ideale Angriffsposition und Raum für alle Überkopftechniken. In Teil 2 unseres Blogs beschäftigen wir uns mit dem Thema „Aufschlag“ noch einmal ausführlich.

 Der Clear

Badminton Schlagtechniken - Clear

Als Clear wird ein Schlag bezeichnet, der von unserem Hinterfeld in das hintere Feld des Gegners gespielt wird. 

Der Clear ist einer der Schläge, die wir am häufigsten benutzen. Im zweiten Teil des Blogs führen wir den Begriff der Zentralposition und in diesem Zusammenhang, die Wichtigkeit der eigenen Stabilität und Balance ein.

Was hat das jetzt mit dem Clear zu tun?
Ganz einfach, der Clear dient uns als Befreiungsschlag. Immer wenn wir in Bedrängnis geraten und dem Spieltempo des Gegners nicht mehr folgen können, spielen wir einen Clear! Unser Ziel ist es also, einen möglichst hohen und weiten Schlag auszuführen, der uns viel Zeit bringt, uns neu zu positionieren. Der Clear rettet uns aus der Defensive und drängt den Gegenspieler in sein Hinterfeld.

Dabei unterscheidet man in einen Verteidigungs- und in einen Angriffsclear. Während der Defensive Clear sehr hoch ausgeführt wird, um sich Zeit zu verschaffen, wird der Angriffsclear etwas flacher und schneller gespielt. Beim Angriffsclear ist das Ziel, den Gegenspieler, Überkopf in sein Hinterfeld zu drängen. Denn ein Angriff aus dem Hinterfeld, ist auch bei hohen Ballannahmen schwieriger zu spielen, wie aus der Feldmitte.

 Der Lob/ Swip

Badminton Schlagtechniken - Lob

Der Lob funktioniert in der Theorie ähnlich wie der Clear! Man überspielt seinen Gegner und drängt ihn in sein Hinterfeld.

Allerdings erfolgt die Ausführung nicht wie beim Clear aus dem eigenem Hinterfeld, sondern aus dem Bereich vor dem Netz!

Die Ausführung eines Lobs empfiehlt sich immer dann, wenn wir gezwungen sind den Federball im Bereich vor dem Netz zu „heben“. So verschaffen wir uns Zeit und drängen den Gegner zusätzlich zurück, was die Wahrscheinlichkeit auf einen harten Rückschlag reduziert. Auf diese Art und Weise kontern wir zum Beispiel einen Netzdrop.

 Der Drop aus dem Hinterfeld

Badminton Schlagtechniken - Drop

Der Drop aus dem Hinterfeld ist ein Schlag, den wir kurz vor das Netz des Gegners platzieren, der Federball fliegt also aus unserem Hinterfeld in das Vorderfeld des Gegners.
Gleich vorab, weit gespielte Dropschläge sind für uns immer ein Risiko! Denn beherrschen wir die Ausführung nicht richtig und der Ball kommt z.B. zu hoch, gibt das unserem Gegner die Möglichkeit zum Totschlagen.

Klären wir zuerst die Frage, wann wir den Drop aus dem Hinterfeld einsetzen können. Ein gut ausgeführter Drop fliegt nur knapp über das Netz und landet möglichst direkt vor diesem. Man zwingt den Gegner dabei in sein Vorderfeld und er muss den Ball von unten „heben“. Damit schränken wir seine Schlagmöglichkeiten für den nächsten Zug stark ein. Außerdem üben wir Druck auf ihn aus, denn er muss schnell nach vorn an sein Netz. Dabei wird praktischer Weise der Raum hinter Ihm, für unseren nächsten Spielzug frei.

Eine Weisheit beim Badminton besagt:

„Spiele gewinnt man nicht von links nach rechts, sondern von vorn nach hinten.“

Das liegt daran, dass wir uns Rückwärts nur langsamer Bewegen können. So ein Schlag birgt aber auch immer Risiken, die wir uns vor der Ausführung bewusst machen müssen:

  • Kontert der Gegner mit einem Netzdrop und wir befinden uns noch zu weit in unserem eigenen Hinterfeld, können wir den Ball ggf. nicht mehr erreichen;
  • Machen wir ein Fehler bei der Ausführung und spielen den Federball zu hoch, befindet sich unser Gegner in einer idealen Angriffsposition;

Müssen wir einen Netzdrop parieren, kontern wir ihn abhängig von der Position des Gegners:

  • Ist der Gegenspieler sehr weit im eigenen Hinterfeld, spielen wir einen Netzdrop
  • steht der Gegner vorn am Netz, können wir ihn mit einem Lob/ Swip überspielen

 Der Netzdrop

Badminton Schlagtechniken - Netzdrop

Der Netzdrop wird vom eigenen Vorderfeld in das Vorderfeld des Gegners gespielt. Bei der Ausführung ist darauf zu achten, die Flugzeit des Balles möglichst zu minimieren.

Das Bedeutet, wir spielen den Netzdrop direkt über die Netzkante! Ein zu Hoch gespielter Ball, gibt unserem Gegner die Möglichkeit des Totschlagens.

Der Netzdrop bietet sich als Konter für einen Lang gespielten Drop des Gegners an. Immer wenn sich der Gegner im eigenen Hinterfeld befindet, können wir ihn mit diesem Schlag stark unter Druck setzen. Wir zwingen ihn ans Netz und öffnen sein Hinterfeld für den nächsten Spielzug.

 Der Drive

Badminton Schlagtechniken - Drive

Als Drive bezeichnet man einen schnellen Ball, der flach und direkt über die Netzkante fliegt. Dabei wird der Ball ins gegnerische Mittel- bis Hinterfeld gespielt.

Einen Drive benutzten wir dann, wenn der Federball zu tief für einen Angriffsschlag und zu hoch zu „heben“ kommt.

 Der Smash

Badminton Schlagtechniken - Smash

Kommen wir als letztes zum Smash! Der Smash ist unser mächtigster Angriffsschlag. Das gilt aber nur wenn wir ihn auch richtig beherrschen. Wir nutzen den Smash immer dann, wenn wir in unserem Mittel-bis Hinterfeld einen hohen Balltrefferpunkt bekommen, dann spielen wir einen schnellen und gezielten Ball in Richtung Boden.

Dabei peilen wir entweder genau unseren Gegenspieler an und zielen auf seinen Körper, oder wir versuchen den Schlag in einer Ecke zu platzieren, die unser Gegner nicht mehr erreichen kann. 

Wenden wir einen Smash an, so sollte das vorrangige Ziel immer der schnelle Punktgewinn sein. Unser Gegner wird in jedem Fall unter Druck gesetzt. Gerade Anfänger lassen sich schon von dem Geräusch des Aufschlages auf den Ball einschüchtern. Viele versuchen gar nicht erst den Ball zu erreichen.

Durch die hohe Ballgeschwindigkeit und ein Reagieren für die Gegenseite sehr schwierig und ein schwacher Rückschlag ist eigentlich schon fast vorprogrammiert.

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verfasst von Martin